Der tödliche Brand in einem Nachtclub im Schweizer Skiort Crans-Montana hat eindrücklich gezeigt, wie schnell sich ein Brand bei Veranstaltungen zu einer lebensbedrohlichen Lage entwickeln kann. Die Ermittlungen dauern an – unabhängig davon lassen sich bereits jetzt wichtige Lehren für die Veranstaltungssicherheit ziehen.
Zentrale Erkenntnisse
Eine fachliche Einordnung verdeutlicht:
- Rettungswege sind kritisch, insbesondere in Kellerräumen. Werden sie gleichzeitig Fluchtweg, Rauchabzug und Angriffsweg der Feuerwehr, entsteht höchste Gefahr.
- Hohe Brandlasten durch Ausbau, Dekoration, Mobiliar und Kleidung begünstigen eine extrem schnelle Brand- und Rauchentwicklung.
- Rauch ist der Hauptgefahrenfaktor – hochtoxisch, heiß und schneller als jede Flucht.
- Auch bei strengen Brandschutzvorschriften bleibt ein Restrisiko. Menschliches Verhalten, Alkohol und Fehleinschätzungen spielen eine entscheidende Rolle.
Vorbeugender Brandschutz – mehr als Vorschriften
Veranstaltungssicherheit beginnt lange vor dem ersten Gast. Genehmigungen, Brandschutzkonzepte, Rettungswege- und Bestuhlungspläne sowie die Verwendung schwer entflammbarer Materialien sind keine Formalitäten, sondern lebenswichtige Schutzmaßnahmen. Brandschutz endet nicht mit der Abnahme – er muss im Betrieb eingehalten werden. Auch wenn sich Gebäude über die Jahre durch Umbauten, Dekoration, Abnutzung verändern.
Brandsicherheitsdienst: oft unterschätzt, aber wichtig
Ein Baustein des Brandschutzes ist der Brandsicherheitsdienst (BSD) der Feuerwehr. Er wird bei Veranstaltungen mit große Menschenansammlungen oder erhöhtem Risiko angeordnet und von der örtlichen Feuerwehr gestellt. Seine Aufgabe ist es, während der Veranstaltung auf die Einhaltung der Brandschutzvorgaben zu achten, Gefahren frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall sofort einzugreifen. Was manchmal als lästige Auflage empfunden wird, ist in Wirklichkeit eine zusätzliche Sicherheitsebene für Gäste, Veranstalter und Einsatzkräfte.
Verantwortung bleibt beim Veranstalter
Spätestens seit der Loveparade-Tragödie ist klar: Der Veranstalter trägt die Verantwortung für Sicherheit und Ordnung. Ein belastbares Sicherheitskonzept, realistische Annahmen und die enge Abstimmung mit Feuerwehr und Behörden sind unerlässlich.
Prävention schützt Leben
Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und den eingesetzten Rettungskräften. Die Ereignisse von Crans-Montana mahnen zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Brandrisiken und zu mehr Bewusstsein für vorbeugenden Brandschutz – damit Feiern nicht zur Gefahr wird.