Bevölkerungsschutz

Schneechaos im Rhein-Main-Gebiet: MTK-Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Feuerwehren, Rettungskräfte und der Katastrophenschutz kämpften am Montag und Dienstag im Rhein-Main-Gebiet gegen die Auswirkungen ergiebiger Schneefälle. Starke Schneefälle haben auch im Main-Taunus-Kreis zu umgeknickten Bäumen, gesperrten Straßen und einem beeinträchtigten öffentlichen Verkehr geführt. Besonders betroffen waren Bad Soden, Eppstein, Hofheim und Kelkheim.

In Bad Soden wurden rund 50 Einsätze verzeichnet. Schwerpunkte rund um das Krankenhaus und dessen Zufahrt sowie der Bereich Königsteiner Straße zwischen Neuenhain und Königstein.

Mehr als 70 Einsätze mussten die Feuerwehrkräfte in Eppstein bewältigen. Einen Schwerpunkt der gab es dabei nicht. Die Einsatzkräfte waren im gesamten Stadtgebiet im Einsatz und haben die Bundesstraße ebenso freigeräumt wie Landstraßen und Wohngebiete. In Bremthal, Ehlhalten und Eppstein seien einige Bäume auf parkende Autos gestürzt. Die L3310 zwischen Ehlhalten und Schloßborn sowie die L3011 von Ehlhalten Richtung Heftrich mussten voll gesperrt werden. 

In Hofheim mussten die Einsatzkräfte zu ca. 70 Einsatzstellen ausrücken, darunter umgestürzte Bäume, einen Teileinsturz einer Scheune und mehrere eingestürzte Vordächer. Aus Sicherheitsgründen für den Straßenverkehr und der Einsatzkräfte mussten die Landstraßenabschnitte zwischen Langenhain und Lorsbach (L3368) sowie Langenhain und Hofheim (L3018) für den durch die Feuerwehr gesperrt werden, da hier weiterhin einige Bäume drohten umstürzen. In den Hofheimer Stadtteilen Wildsachsen, Langenhain und Lorsbach kam es zudem zu Stromausfällen. Wegen umgestürzter Bäume auf den Gleisen musste auch die Bahn den Zugbetrieb zwischen Hofheim und Niedernhausen einstellen.

Kelkheim verzeichnete rund 50 Einsatzstellen bis in die frühen Morgenstunden. Vorwiegend mussten Straßen von den umgestürzten Bäumen befreit werden. Ein Zug der RB12 stieß im Hornauer Streckenabschnitt mit einem Baum zusammen. Die Feuerwehrkräfte entfernten den Baum, evakuierten die Passagiere und brachten diese teilweise im warmen Feuerwehrhaus unter. Kurz nach Mitternacht büxten drei Pferde rund um die Ruppertshainer Schönwiesenhalle aus. Nach längerem beruhigen und hinterlaufen im Tiefschnee konnten die Tiere eingefangen und kurzfristig in der nahegelegenen Reithalle untergebracht werden. Besonders getroffen hat es die Landstraßen rund um Ruppertshain: Die L3016 zwischen Ruppertshain und Fischbach musste durch die Einsatzkräfte gesperrt werden. Auch die L3369 Richtung Königstein musste kurzzeitig gesperrt werden.

In Schwalbach waren elf Einsätze, in Sulzbach sechs Einsätze, in Eschborn drei Einsätze und in Hattersheim – unterstützt durch die Feuerwehr Kriftel – ein Einsatz wegen abgestürzter Äste und umgefallener Bäume zu bewältigen.

Wegen akuter Schnee- und Eisbruchgefahr bitten die Feuerwehren dringend, die Wälder nicht zu betreten. Außerdem die Bitte: Sorgen Sie beim Schneeschieben dafür, dass Hydranten nicht unter Eis und Schnee eingeschlossen werden. Rot-weiße Schilder an Laternen oder Zäunen weisen auf den genauen Standort hin. Freigehaltene Gullis sorgen zudem dafür, dass das Wasser bei Tauwetter abfließen kann.

Peer Neugebauer mit Katastrophenschutzmedaille ausgezeichnet: „Jahrzehnte für die Sicherheit“

Peer Neugebauer ist für seinen jahrzehntelangen Einsatz mit der Katastrophenschutzmedaille in Bronze ausgezeichnet worden. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, erhielt er die Auszeichnung des Landes Hessen bei einem Empfang im Landratsamt. Neugebauer gründete die Pyrotechnikgruppe des Kreises und die Übungsleitergruppe, die er ehrenamtlich führt. „Er hat sich damit seit Jahrzehnten für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Main-Taunus-Kreis eingesetzt und sich darum verdient gemacht“, fasst Cyriax zusammen.

Zu den Aufgaben von Neugebauer als Pyrotechniker gehört es, Übungen im Kreis möglichst realitätsnah, aber auch sicher zu gestalten. Er sei da, „wo es zischt, raucht und kracht“, sagt Cyriax. Daneben habe er sich um Dutzende von Schulungen verdient gemacht, die belegten, welch großen Wert der Kreis auf einen hochwertigen Ausbildungsstand lege. Zudem ist er als stellvertretender Vorsitzender im Kreisfeuerwehrverband Main-Taunus aktiv.

Der Katastrophenschutz sei eminent wichtig für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Kreis, so der Landrat. In den vergangenen Jahrzehnten, zuletzt durch die Fluten an der Ahr und den Ukrainekrieg, habe sich erwiesen, wie wichtig der Einsatz für die Sicherheit generell sei.

Die Katastrophenschutzmedaille in Bronze wird vom Hessischen Museum des Innern und für Sport verliehen. Sie wird zuerkannt unter anderem für wesentliche Verdienste um den Katastrophenschutz.

Herausfordernde Rettung im Wald: Bei Kelkheim wurde der Einsatz nach einem Zugunglück geübt

Den Einsatz bei einem Zugunglück haben Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes gemeinsam mit dem Kreis geübt. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, war die Übung in der Nähe des Braubachweihers von der Feuerwehr Kelkheim und dem Amt für Brandschutz und Rettungswesen geplant worden. Damit die Bahnstrecke frei war, lief die Übung in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Der Landrat hebt das Engagement der Einsatzkräfte hervor: „Nicht nur die hauptamtlichen, sondern auch die ehrenamtlichen Kräfte sind bereit, jederzeit auszurücken. Sie leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Menschen im Main-Taunus-Kreis.“

Nach dem Übungsszenario war auf der Strecke der RB12 der Hessischen Landesbahn im Wald ein Zug in einen umgestürzten Baum gefahren und dadurch entgleist. Drei Menschen wurden lebensgefährlich, elf weitere leicht bis schwer verletzt. Der angenommene Unfall ereignete sich rund 800 Meter entfernt vom Bahnübergang Kühtrieb. Nach Angaben des Kreises lag die besondere Herausforderung in dem unwegsamen Gelände: Die Fahrzeuge konnten durch den Wald nicht direkt zum Einsatzort gelangen. Nach etwa zwei Stunden konnten alle Üb-Verletzten durch die Feuerwehr aus der Bahn gerettet und durch den Rettungsdienst versorgt werden.

Insgesamt waren den Angaben zufolge rund 150 Einsatzkräfte beteiligt. Eingesetzt waren hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte und Fahrzeuge des Malteser Hilfsdienstes, des Deutschen Roten Kreuzes, des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Johanniter Unfallhilfe sowie Notarztwagen, die Einsatzleitung Rettungsdienst und der Brandschutzaufsichtsdienst des Kreises. Von den Feuerwehren waren Einheiten aus Kelkheim und Hofheim beteiligt. Die Technische Einsatzleitung kam aus Hochheim.

Katastrophenschutzübung „Devil One“: Waldbrand im Taunus

Mehr als 130 Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem MTK waren am Samstag zu Übungszwecken rund um Hofheim-Langenhain unterwegs. Die heikle Aufgabe bei der Katastrophenschutzübung „Devil One“: Eine landwirtschaftliche Maschine brennt auf einer Freifläche am Waldrand. Das Feuer zieht in den Wald hinein, durch Funkenflug entstehen weitere Brände, das Feuer weitet sich aus.

Die Einsatzkräfte erkunden die Lage und löschen die simulierten Brände nach und nach. An einer schwer erreichbaren Brandstelle kommt ein Polizeihubschrauber zum (Lösch-)Einsatz. Wichtiger Bestandteil der Übung war die Wasseraufnahme und -förderung durch die Feuerwehren sowie die Menschenrettung im Wald.

„Solche Übungen tragen dazu bei, für bestmögliche Sicherheit im Main-Taunus-Kreis im Ernstfall zu sorgen“, so Landrat Michael Cyriax. Wie der Landrat erläutert, ist das Szenario der Übung realistisch; er erinnert beispielsweise an den Waldbrand am Altkönig im Taunus vom Juni: Mehrere Tage seien Feuerwehren auch aus dem Main-Taunus-Kreis im Einsatz gewesen, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Zudem hätten die heißen Sommer der vergangenen Jahre die Gefahr von Waldbränden erhöht.

Waldbrand-Übung im Taunus: Einheiten rücken am Samstag nach Hofheim-Langenhain aus

Bei einer Übung des Katastrophenschutzes wird demnächst der Einsatz bei einem Waldbrand geprobt. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, läuft die Übung am Samstag, 23. September, von 10 bis 16 Uhr im Wald bei Hofheim-Langenhain. Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis werden mit Blaulicht anfahren, unter anderem wird auch ein Hubschrauber der Polizei eingesetzt, und im Wald steigt künstlicher Rauch auf. „Wenn die Bürgerinnen und Bürger am Samstag größere Einheiten sehen oder Rauch sehen und Martinshörer hören, dann ist das nur eine Übung“, erläutert Cyriax. Er dankt besonders den Hunderten von beteiligten ehrenamtlichen Kräften: „Solche Übungen tragen dazu bei, für bestmögliche Sicherheit im Main-Taunus-Kreis im Ernstfall zu sorgen.“

Wie der Landrat erläutert, ist das Szenario der Übung realistisch; er erinnert beispielsweise an den Waldbrand am Altkönig im Taunus vom Juni: Mehrere Tage seien Feuerwehren auch aus dem Main-Taunus-Kreis im Einsatz gewesen, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Zudem hätten die heißen Sommer der vergangenen Jahre die Gefahr von Waldbränden erhöht.

Symbolfoto: 5VISION.NEWS

Bundesweiter Warntag am 14. September im Main-Taunus-Kreis – Probewarnung über Sirene und Handys

Der Bevölkerungsalarm bei einem Notfall wird demnächst mit Online-Warnhinweisen und Sirenenalarm im Main-Taunus-Kreis geübt. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, beteiligt sich der Kreis am bundesweiten Warntag. Mit dem Probealarm am Donnerstag, 14. September, um 11 Uhr sollen die wichtigsten Wege einer Bevölkerungswarnung praktisch überprüft werden.

Den Erläuterungen zufolge werden eine Testwarnung und eine Entwarnung über die App „hessenWARN“ und andere Warn-Apps abgesetzt. Die Meldung über „hessenWARN“ wird auch über die App „KATWARN“ versendet, der sich der Main-Taunus-Kreis angeschlossen hat. Land und Bund lösen diese Meldung zentral aus. Flankierend heulen in den Städten und Gemeinden des Main-Taunus-Kreises die Sirenen.

Zu hören ist zunächst ein auf- und abschwellender Heulton, der eine Minute lang dauert. Im Ernstfall würde er die Bürgerinnen und Bürger aufrufen, das Radio einzuschalten oder ein anderes Medium zu nutzen, um sich über die aktuelle Gefahrenlage zu informieren, und auf mögliche Durchsagen per Lautsprecherwagen zu achten. Wenig später ertönt am Warntag ein zweites Signal – ein Dauerton von einer Minute Länge. Er gibt Entwarnung. Über die verschiedenen Sirenensignale informiert der Main-Taunus-Kreis auch auf seiner Internetseite www.mtk.org.

Cyriax zufolge werden an diesem Tag nur die Warnungen getestet; es rücken keine Einsatzkräfte aus: „Damit proben wir nicht nur die technischen Abläufe beim Alarm, sondern wir möchten auch zeigen, dass sich jederzeit eine bedrohliche Lage entwickeln kann, die schnelles Handeln der Behörden und Wachsamkeit der Bevölkerung erfordert.“

Obwohl es inzwischen Warn-Apps gebe, sei der traditionelle Alarm per Sirene weiter nötig. Auch heute noch hätten manche Menschen kein Smartphone, und auch nicht alle hätten eine Warn-App installiert. Zudem müsse es im Notfall einen alternativen Warnkanal geben, wenn beispielsweise das Mobilfunknetz ausfalle.

Der Main-Taunus-Kreis warnt die Bürger über KATWARN beispielsweise bei Naturkatastrophen, Großbränden und großen Unfällen. Meldungen können ortsbezogen eingestellt werden. Erhältlich ist die App kostenlos in den gängigen Stores.

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Neues Wechselladerfahrzeug für den MTK-Katastrophenschutz

Mit einem neuen Fahrzeug will der Main-Taunus-Kreis die Gefahrenabwehr weiter verbessern. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, hat der Kreis für den Katastrophenschutz einen Wechsellader angeschafft, mit dem große Ausrüstungen lokal, regional und überregional transportiert werden können: „Wir leisten damit einen wichtigen technischen Beitrag zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger“.

Wie Cyriax erläutert, können mit dem Wechsellader Ausstattungen wie ein großes Notstromaggregat für Gebäude oder auch eine Sandsackfüllmaschine schnell zum Einsatzort gebracht werden. Das Fahrzeug ist mit zwei Schlafplätzen ausgestattet, um bei landesweiten und länderübergreifenden Einsätzen für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Insgesamt rund 250.000 Euro hat der Kreis in das Fahrzeug und seine gesamte Ausstattung investiert. „Insgesamt können wir damit unsere Ausstattung noch schneller und flexibler zum Einsatzort bringen, um schnell Hilfe zu leisten“, so der Landrat.

Katastrophenschutz-Übung „Dirty Pool“

Ein Knall und Schreie aus dem Freibad in Kriftel, mehrere Personen klagen über Hautausschlag, darunter die „Sportgruppe Inklusion“ – so das Szenario der Katastrophenschutz-Übung „Dirty Pool“ am Samstagmorgen. Die Feuerwehr Kriftel, unterstützt durch ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Hofheim, rückt zum Parkbad aus. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um Gefahrgutunfall handelt und Spezialeinheiten werden nachalarmiert.
 
Die GABC*-Verband des Main-Taunus-Kreises kommt mit mehreren Teileinheiten zum Einsatz: GABC-Führung (Feuerwehr Bad Soden), GABC-Zug (Feuerwehr Bad Soden), GABC-Dekontaminations-Zug (Feuerwehr Liederbach und Kriftel), GABC-Dekontaminationsgruppe-Verletzte (DRK OV Bad Soden), GABC-Messgruppe (Feuerwehr Eschborn) und GABC-Fachberater.
 
Insgesamt sind rund hundert Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem Main-Taunus-Kreis gemeinsam im Einsatz. Sie erkundeten die Lage und bauten Zelte mit Einheiten zur Reinigung und Entgiftung (Dekontamination) auf, in der die Verletzten versorgt wurden.
 
*GABC = Gefahrstoff – Atomar/Biologisch/Chemisch