Sicheres Fahren zum Einsatz im Katastrophenschutz

Zehn Katastrophenschutz-Fahrzeuge aus dem Main-Taunus-Kreis machten sich am Freitagmorgen auf den Weg nach Gründau. Ziel war jedoch kein Einsatz, sondern das Fahrsicherheitszentrum des ADAC.

Ziel des vom Amt für Brandschutz und Rettungswesen des Main-Taunus-Kreises organisierten Trainings war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das notwendige Wissen und die Fähigkeiten zu vermitteln, um sicher und verantwortungsbewusst mit den Einsatzfahrzeugen zu fahren. Durch praktische Übungen und theoretische Unterweisungen wurde den Maschinisten vermittelt, Gefahrensituationen zu erkennen, angemessen zu reagieren und Unfälle zu vermeiden. Zudem sollte das Training dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und das Risiko von Unfällen mit schweren Fahrzeugen zu minimieren.

Hierzu trafen sich um 6:30 Uhr insgesamt 18 Teilnehmende mit 10 Fahrzeugen des Katastrophenschutzes und fuhren in den Main-Kinzig-Kreis. Nach einer kurzen Begrüßung durch die beiden Trainer bei Kaffee und belegten Brötchen ging es an die Praxis.

Zu bewältigen galt es zunächst Grundfahrübungen, wie rückwärts Einparken in verschiedenen Positionen, Wenden auf engstem Raum, zwei Hindernissparcoure vorwärts und rückwärts sowie das Durchfahren von engen S-Kurven.

Danach ging es an die Durchführung von Gefahrenbremsungen auf trockenem sowie nassem Asphalt bei 20 km/h, 30 km/h und 40 km/h.

Nach eine kurzen Stärkung beim Mittagessen folgte der anspruchsvollere Teil: Die Gleitfläche war vorbereitet. 

Hier galt es nun, Brems- und Ausweichmanöver bei verschiedenen Witterungsbedingungen wie beispielsweise feuchtem Laub oder nassem Kopfsteinpflaster bei 20 km/h, 30 km/h und 35 km/h zu üben. Hier sahen die Bremswege der verschiedenen Großfahrzeuge schon deutlich anders aus. Besonders anspruchsvoll gestalte sich hierbei das Ausweichen bei plötzlich auftretenden Hindernissen. Hier reagierten die Einsatzfahrzeuge je nach Reifen, Gewicht, etc. deutlich verschieden.

MTK-Feuerwehren bei der 70. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes

„Hessens Feuerwehren zu Gast in Dieburg im Landkreis Darmstadt-Dieburg“ hieß es am Wochenende zur 70. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverband Hessen.

Ein Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Taunus reiste bereits am Freitag nach Dieburg, um an der Sitzung des Landesfeuerwehrausschusses sowie am Empfang des Landesfeuerwehrverbandes teilzunehmen. Ein buntes Programm sowie Gespräche mit Vertretern der verschiedenen Gremien rundeten den Abend ab.

Am Samstagmorgen reisten weitere Delegierte aus Flörsheim am Main an und konnten sich über ein abwechslungsreiches und informatives Programm freuen: Der Fachvortrag von Frank Linnarz über die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 hat uns alle tief berührt und gezeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist. Auch die Grußworte der Gäste, wie des Hessischen Innenministers Prof. Dr. Roman Poseck und weiterer Vertreter aus Politik und Feuerwehr, zeigten, dass die Arbeit der Hessischen Feuerwehren geschätzt und unterstützt wird.

Besonders hervorzuheben ist die Verabschiedung des Positionspapiers „Feuerwehr – gemeinsam in die Zukunft: Für ein demokratisches Miteinander und gesellschaftliche Vielfalt“. Damit bekennen wir uns zu wichtigen Werten und zeigen, dass die Feuerwehren nicht nur für Sicherheit, sondern auch für ein respektvolles Miteinander in unserer Gesellschaft stehen.

Wir sind stolz darauf, dass der Kreisfeuerwehrverband Main-Taunus mit einer sechsköpfigen Delegation vertreten war. Allen Delegierten ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement und ihren Einsatz für unsere Belange.

Wasserrettungsübung auf dem Main bei Hochheim: Erfolgreicher Einsatz von rund 100 Einsatzkräften

Am Samstag führten die MTK-Feuerwehren eine Wasserrettungsübung auf dem Main bei Hochheim durch. Bei einem simulierten Kanuausflug einer Jugendgruppe kam es zu einem Bootsunfall im Bereich der Staustufe Kostheim, bei dem mehrere Personen im Wasser trieben und eine Person unterging. Dank dem schnellen Einsatz von rund 100 Einsatzkräften aus Feuerwehren, THW und DRK konnten alle Personen erfolgreich gerettet werden.

Das erste Boot der Feuerwehr Hochheim rettete zwei Personen aus dem Wasser und vom Brückenpfeiler der Eisenbahnbrücke. Eine groß angelegte Landsuche am Mainufer wurde durchgeführt, bei der gefundenen Personen mittels des Allradfahrzeugs der Rettungstaucher aus dem Gelände gebracht und dem Rettungsdienst übergeben wurden. Zusätzlich wurde das Ufer auch von der Wasserseite durch Boote der Feuerwehr Flörsheim und Eddersheim abgesucht. Ein Tauchereinsatz vom Boot der Feuerwehr Hochheim zur Rettung der gesunkenen Person wurde ebenfalls durchgeführt, während das THW Hofheim die havarierten Kanus ans Ufer brachte.

Rund 100 Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Hochheim am Main, Flörsheim am Main und Hattersheim am Main, der Technischen Einsatzleitung und den Rettungstauchern des Main-Taunus-Kreises, dem THW OV Hofheim und dem DRK OV Hochheim am Main waren beteiligt. Die Feuerwehren bedanken sich insbesondere beim Kanuverein Hochheim, dessen Jugendliche die Übungsdarstellung übernommen haben.

Die Übung ist Teil der umfangreichen Vorbereitung der drei Mainanlieger-Feuerwehren Flörsheim, Hattersheim und Hochheim für die Wasserrettung auf dem Main. Fortlaufend werden gemeinsam Ausbildungen durchgeführt sowie die Einsatzpläne verbessert.

Interventionsleitfaden sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) bietet Feuerwehrangehörigen und Führungskräften mit dem neuen „Interventionsleitfaden sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt“ eine wichtige Hilfe beim Umgang mit konkreten Vorfällen wie auch in der Präventionsarbeit. Zudem gibt es ab sofort die ehrenamtlich besetzte „Anlaufstelle für sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt des Deutschen Feuerwehrverbandes“ als Kontaktpunkt für Betroffene, die unabhängig von eigenen lokalen Strukturen Unterstützung suchen. Neben der neutralen Aufarbeitung von Ereignissen stehen auch das soziale Miteinander in den Feuerwehren selbst sowie das Vertrauen der Bevölkerung in die Einsatzkräfte im Fokus.

„Sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt in ihren vielfältigen Formen gehen als Thema auch an Feuerwehren nicht spurlos vorüber. Unsere Aufgabe ist es, sowohl Betroffenen eine Orientierungshilfe als auch Führungskräften ein einheitliches Werkzeug zur Aufarbeitung von Fällen in den eigenen Reihen zur Verfügung zu stellen. Ein wachsamer und sensibler Umgang im Alltag sowie eine konsequente Aufarbeitung und zielgerichtete Hilfe im Ereignisfall sind insbesondere für Verantwortliche in den Feuerwehren unumgänglich. Der hierzu veröffentlichte Leitfaden des Deutschen Feuerwehrverbandes dient damit der wirksamen Unterstützung der Präventions- und Interventionsarbeit vor Ort“, erläutert DFV-Vizepräsident Karl-Heinz Frank.

Erstellt wurde die Publikation durch den DFV-Arbeitskreis „Fairness im Fokus“. Das Gremium war installiert worden, um sich intensiv mit geeigneten präventiven und repressiven Maßnahmen zu beschäftigen und den Feuerwehren sowie den Verbänden entsprechende Empfehlungen und Hilfestellungen an die Hand zu geben. Vorsitzende des Arbeitskreises sind Birgit Kill, Leiterin des Fachbereichs Frauen im DFV, und DFV-Vizepräsident Karl-Heinz Frank.

„Ziel des Leitfadens ist es, sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt in der Feuerwehr zu erkennen und zu bekämpfen, um ein sicheres und respektvolles Arbeitsumfeld für alle Feuerwehrangehörigen zu gewährleisten. Er stellt ein wichtiges Instrument zur Sensibilisierung für diese Themen dar und gibt strukturierte Empfehlungen für den Umgang mit solchen Vorfällen“, berichtet Birgit Kill. „Nur durch die Kombination von Prävention und Intervention kann ein echter Wandel hin zu einer gerechteren und inklusiveren Feuerwehr erreicht werden“, so Kill.

Die 16-seitige Publikation ist in folgende Abschnitte unterteilt:

  • Einleitung
  • Allgemeines Vorgehen
  • Maßnahmenkatalog
  • Grundregeln für Gespräche von Vertrauenspersonen und Führungskräften mit den Betroffenen
  • Ablaufplan
  • Externe Notfallnummern
  • Checklisten (Erstgespräch, Folgegespräch, Wertfreie Anhörung verursachende Person, Lösungsgespräch, Bewertung und Maßnahmen, Relevante Straftatbestände)

Unabhängige Anlaufstelle bei möglichen Vorfällen

Die DFV-Anlaufstelle bietet vertraulichen Kontakt zu ehrenamtlichen Ansprechpartnerinnen und Unterstützung bei einem möglichen Vorfall. Begleitend werden Aushänge mit Kontaktnummern zur allgemeinen Information in den Diensträumen bereitgestellt. Eine Präsentation mit umfangreichen Erklärungen zum Thema gibt weitere Informationen. Die Publikationen und Informationen stehen unter https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/ak/ak-fif/ zum Herunterladen zur Verfügung.

Im Rahmen der Onlinefortbildungsreihe „DFV direkt“ befasst sich Birgit Kill unter dem Titel „Sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt: (K)ein Thema in der Feuerwehr?“ am Mittwoch, 22. Mai 2024, von 18 bis 19 Uhr mit dem Themenkomplex. Die Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung ist unter https://www.feuerwehrverband.de/veranstaltungen/dfv-direkt/ möglich.

Online-Escape-Game zum richtigen Verhalten im Brandfall

Die Feuerwehren haben einen neuen Verbündeten in der Brandschutzprävention: das innovative Online-Escape-Game „120 Sekunden, was tun wenn’s brennt“. Es wurde entwickelt, um spielerisch und interaktiv das richtige Verhalten im Brandfall zu vermitteln. Auf eine anschauliche Weise werden lebensrettende Fähigkeiten für den Brandfall im eigenen Zuhause aufgezeigt.

Dieses Spiel bietet allen Altersgruppen eine spannende Möglichkeit, das eigene Bewusstsein für Brandschutz zu schärfen und die richtigen Schritte im Ernstfall üben. „Uns ist bewusst, dass wir Jugendliche und Erwachsene heute meist nicht mehr über die klassische Brandschutzaufklärung erreichen“, sagt DFV-Vizepräsident Hermann Schreck. „Mit dem Online-Escape-Spiel ,120 Sekunden‘ haben wir ein Angebot, das speziell darauf abzielt, auf unterhaltsame Weise wichtige Brandschutzkenntnisse zu vermitteln. Es ist auch für Feuerhttps://rauchmelder-lebensretter.de/120S-escape/wehren eine willkommene Ergänzung zu den klassischen Schulungsmaßnahmen und bietet eine moderne, ansprechende Art der Aufklärung.“

Das Online-Escape-Game startet im Schlafzimmer und zeigt mehrere Szenen in einer Wohnung, in der ein Brand im Wohnzimmer ausgebrochen ist. Spieler werden herausgefordert, innerhalb kurzer Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, um sich und andere in Sicherheit zu bringen. Vom zügigen Verlassen eines Gebäudes im Brandfall bis hin zum Notruf 112 und der Alarmierung der Nachbarn bietet „120 Sekunden“ eine spielerische Herausforderung, die Spaß macht und gleichzeitig an lebensrettende Fähigkeiten erinnert.

Das Spiel kann kostenlos online unter https://rauchmelder-lebensretter.de/120S-escape/ gespielt werden.

„Mein Moment im Ehrenamt“ – BBK-Ehrenamtskampagne 2024

Sei Teil der BBK-Ehrenamtskampagne und teile deinen Moment im Ehrenamt! Hast du ein Erlebnis im Zivil- oder Katastrophenschutz, das dich nachhaltig beeindruckt hat? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sucht nach bewegenden Geschichten, die Menschen wie dich geprägt haben.  Egal ob du vor oder hinter den Kulissen geholfen hast, einem Menschen Trost gespendet oder beim Fluteinsatz Sandsäcke geschleppt hast – deine Geschichte zählt! Teile sie bis zum 02.05.2024 auf https://mit-dir-fuer-uns-alle.de/mitmachaktion/ und gewinne die Chance auf eine eigene Studioaufnahme! Dein Erlebnis kann andere inspirieren.

Aktuelle Übersicht zu Online-Ressourcen für Ausbildung

Unterlagen für die Ausbildung von Feuerwehrangehörigen gibt es an vielen Orten im Internet. Der Fachbereich Ausbildung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) hat nun eine 16-seitige Übersicht für „Informationen und Tools für Ausbildende“ zusammengestellt. Das Kompendium ist in die Abschnitte Feuerwehrausbildung und CBRN-Gefahren geteilt. Zunächst gibt es Links zu Unterlagen zur Ausbildung auf Bundes- und Landesebene sowie auf internationaler Ebene. Auch Veranstaltungen wie die DFV-Onlinefortbildung „DFV direkt“ werden aufgeführt. Die Fachberatung zu chemischen, biologischen, radioaktiven sowie nuklearen Gefahren (CBRN), Grenzwerte, Nachschlagewerke, Apps und sonstige Einsatzhilfe bildet den zweiten Bereich.

„Die Liste ist ein wichtiges Dokument, um zuverlässige Quellen für online verfügbare Informationen zu finden“, bewertet DFV-Vizepräsident Dr. Christoph Weltecke die Übersicht. Erstellt wurde diese durch Dieter Püttner, Mitglied des DFV-Fachbereichs Ausbildung. Die Publikation steht unter https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/fb/fb-ausbildung/ zum Herunterladen zur Verfügung. Dort gibt es auch Informationen zur Arbeit des Fachbereiches.

Zwei Freiwillige Feuerwehren aus dem Main-Taunus-Kreis werden für innovative Projekte ausgezeichnet

Der hessische Innenminister Roman Poseck hat die Freiwilligen Feuerwehren Hattersheim und Schwalbach im Main-Taunus-Kreis für ihre herausragenden Leistungen als „Feuerwehr des Monats“ ausgezeichnet.

Die Freiwillige Feuerwehr Hattersheim wurde zur „Feuerwehr des Monats Januar 2024“ ernannt. Ihr wurde diese Ehre zuteil aufgrund eines kreativen Werbevideos, das auf unkonventionelle Weise für ehrenamtliches Engagement in der Feuerwehr Hattersheim wirbt. Das knapp fünf Minuten lange Video verzeichnete bislang über 140.000 Aufrufe und erhielt Anerkennung durch die Berichterstattung des Hessischen Rundfunks.

Die Freiwillige Feuerwehr Schwalbach wurde zur „Feuerwehr des Monats Februar 2024“ ernannt. Die Auszeichnung wurde für die Einrichtung von Coworking-Arbeitsplätzen im Feuerwehrhaus verliehen. Durch die Bereitstellung von sechs voll ausgestatteten Arbeitsplätzen in der Feuerwehrwache können die Einsatzkräfte Beruf und ehrenamtliches Engagement optimal miteinander vereinbaren. Die Umsetzung dieses innovativen Projekts erfolgte in Eigenregie und erhielt finanzielle Unterstützung von der Stadt Schwalbach.

Innenminister Roman Poseck betonte die Bedeutung dieser Projekte für die Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt sowie für die Sicherheit der Bevölkerung. Die ausgezeichneten Feuerwehren dienen als Vorbild für andere Feuerwehren in Hessen und werden regelmäßig im Fachmagazin „FLORIAN Hessen“ und auf der Internetseite des Hessischen Innenministeriums vorgestellt. Zusätzlich zur Anerkennung erhalten die ausgezeichneten Feuerwehren eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro.

Die Auszeichnung zur „Feuerwehr des Monats“ wird seit August 2007 verliehen und würdigt neue oder innovative Ideen, die erfolgreich in die Tat umgesetzt wurden. Bisher wurden mehr als 170 Freiwillige Feuerwehren in Hessen für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet.

Die Pressemitteilungen des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz:

Drei Jahrzehnte Rauchwarnmelder: Gesetzliche Installationspflicht rettet Leben!

Vor mehr als 30 Jahren waren Rauchwarnmelder in Wohngebäuden in Deutschland so gut wie nicht vorhanden. Gemeinsam ziehen der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Karl-Heinz Banse, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland (AGBF bund), Jochen Stein, angesichts des Europäischen Tags des Notrufs 112 am 11. Februar Bilanz und blicken in die Zukunft.

Foto: Maurizio Gambarini

„Die deutschen Feuerwehren waren in der Aufklärungsarbeit und Werbung für Rauchwarnmelder in Wohngebäuden immer sehr aktiv. Sie waren es, die das Fehlen solcher Melder mit ihren Konsequenzen immer unmittelbar erlebten“, erinnert Jochen Stein. Prägend seien dabei vor allem im Vergleich zu heute häufige Brandereignisse in Wohngebäuden mit gleichzeitig mehreren Toten und schwer verletzten Personen gewesen. „Es folgten Jahre der politischen Überzeugungsarbeit für eine gesetzliche Verpflichtung zur Installation von Rauchwarnmeldern in Wohngebäuden. Dies ist nun in allen Bundesländern erfolgreich abgeschlossen, die Übergangsfristen für die Ausstattung von Bestandsgebäuden sind überall ausgelaufen. Wir haben damit eine flächendeckende, gesetzliche Verpflichtung für Rauchwarnmelder in Wohngebäuden in Deutschland“, berichtet Karl-Heinz Banse.

Zur Auswertung der Wirksamkeit der Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes hat die AGBF bund 2017 das Verfahren der Einsatzstellenbewertungen eingeführt. Für die Bewertung des quantitativen Nutzens von Rauchwarnmeldern in Wohngebäuden sind aber nach Einschätzung der beiden Experten schon die Statistiken zu den Todesursachen vollkommen ausreichend: Im Zeitraum zwischen dem Jahr 1990 (so gut wie keine Rauchwarnmelder in Wohngebäuden) und dem Jahr 2022 (weitgehend flächendeckende Verbreitung von Rauchwarnmeldern) haben sich demnach die Todesfälle durch Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen um 59 Prozent reduziert, wie eine Auswertung der Daten des Statistischen Bundesamtes ergibt. „Aus fachlicher Sicht ist die Aussage zulässig, dass ganz überwiegend die flächendeckende Verbreitung von Rauchwarnmelder in den Wohngebäuden zu dieser Reduzierung der Todesfälle geführt hat“, so Stein.

Die Anzahl der Todesfälle hat sich durch die Verbreitung von Rauchwarnmeldern in Wohngebäuden stark reduziert, aber immer noch starben im Jahr 2023 insgesamt 324 Menschen an den Folgen von solchen Brandereignissen. Mehr als 70 Prozent von ihnen waren älter als 60 Jahre. „Hier wird klar, dass heute vor allem noch ältere und eher hilflose Menschen zu Schaden kommen. Der Rauchwarnmelder allein löscht noch keinen Brand und sorgt auch nicht für von selbst für das richtige Verhalten im Brandfall“, so Banse.

Umfangreiche Informationen rund um das Thema Rauchwarnmelder gibt es online bei der Initiative „Rauchmelder retten Leben“, zu deren Gründungsmitgliedern der Deutsche Feuerwehrverband zählt. Hier gibt es auch umfangreiche Hinweise zum Verhalten im Brandfall:

Notruf 112: Qualifizierte Hilfe am anderen Ende der Leitung

„Die 112 steht für 500 Millionen Menschen in ganz Europa für schnelle, zuverlässige Hilfe. Wer hier anruft, erreicht qualifizierte Hilfe“, informiert Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), anlässlich des Europäischen Tag des Notrufs am Sonntag, 11. Februar. „Der Mensch am anderen Ende der Leitung fragt alles ab, was für Alarmierung und Einsatz wichtig ist. Hierdurch gibt es auch hilfreiche Anweisung, was man selbst in diesem Moment tun kann – wie etwa eine Reanimation oder die Brandbekämpfung einzuleiten. Dies geht über andere Wege wie per E-Mail oder über Soziale Medien natürlich nicht!“ erläutert der Vizepräsident.

Im Finnland-Urlaub brennt es plötzlich in der Ferienwohnung; bei der Fahrt durch Ungarn kommt es zum Verkehrsunfall – Sie zücken Ihr Telefon, wählen den EU-weiten Notruf 112 und erreichen die Leitstelle von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei.

Der Notruf 112 ist in Europa der einheitliche und direkte Draht zu schneller Hilfe. Auch in sämtlichen Handynetzen führt die 112 zur zuständigen Notrufzentrale. Der DFV informiert anlässlich des Europäischen Tags des Notrufs über die einheitliche Nummer:

  • Der Hintergrund: Dienstreise, Urlaub oder einfach so: Die Mobilität innerhalb Europas ist hoch; eine EU-weit einheitliche Notrufnummer also sehr sinnvoll. So müssen sich die Menschen statt mehrerer Notrufnummern nur noch die 112 merken – und bekommen überall adäquate Hilfe!
  • Der Anruf: Die Notrufnummer 112 kann von überall her erreicht werden: Egal ob Festnetz, öffentliches Telefon oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein.
  • Die Kosten: Das Gespräch über die Notrufnummer ist immer kostenlos!
  • Die Antwort: Wer bei der 112 ans Telefon geht, ist auf Notfälle vorbereitet: In Abhängigkeit vom jeweiligen nationalen System für den Bevölkerungsschutz kommt der Notruf zumeist bei Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei an. Wer dort ans Telefon geht, ist für die Notrufabfrage geschult und spricht beispielsweise in Deutschland häufig auch Englisch; in Grenznähe auch die Sprache der Nachbarregion.

Notruf 112 im Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis gehen sämtliche Notrufe in der Zentralen Leitstelle in Hofheim ein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Notfallversorgung der erste Ansprechpartner. Gemäß dem Leitsatz „Retten – Helfen – Bergen – Schützen“ nehmen sie Notrufe entgegen, fragen bei den Anrufern alle wichtigen Informationen ab, alarmieren Feuerwehr und Rettungsdienst und koordinieren die Einsätze. Um Leben zu retten, müssen sie unter hohem Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen. Jede Sekunde zählt. Schnelles, zielgerichtetes Handeln ist gefragt.

Auch bei den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes – viele davon machen ihre Arbeit bei uns im MTK ehrenamtlich – kommt es auf Genauigkeit und Schnelligkeit an. Sie müssen die Lage vor Ort in wenigen Augenblicken erfassen und Rettungsmaßnahmen einleiten.

Der 112-Tag jeweils am 11. Februar will den kostenfreien Notruf bekannter machen. Er wurde 2009 erstmals europaweit ausgerufen. Zahlreiche Feuerwehren nutzen den Anlass, um über ihre Arbeit zu informieren.